Komposition
Unveröffentlichter Autograph von Mozart in Paris entdeckt
Die Bibliothèque nationale de France (BnF) hat ein bislang unbekanntes Autograph-Manuskript von Wolfgang Amadeus Mozart entdeckt. Das Dokument stammt aus Mozarts letztem Paris-Aufenthalt im Jahr 1778 und wurde im Februar 2026 in der Musikabteilung der BnF entdeckt. Es umfasst den Großteil eines 44-seitigen Notizbuchs mit Kompositionsübungen und Musikstücken, die Mozart für seine Schülerin Marie-Louise-Philippine de Guînes, eine talentierte Harfenistin und Tochter des Herzogs von Guînes, anfertigte.
Nach Einschätzung führender Mozart-Forscher zähle die Entdeckung zu den bedeutendsten der vergangenen Jahrzehnte, heisst es in einer von der Werbeagentur PR Allinace veröffentlichten Medienmitteilung. Das Manuskript liefert nicht nur neue Erkenntnisse über Mozarts Zeit in Paris, sondern gewährt auch seltene Einblicke in seine Tätigkeit als Kompositionslehrer. Die Echtheit wurde von Spezialisten der BnF sowie von Armin Brinzing, Direktor der Bibliotheca Mozartiana des Mozarteums Salzburg, bestätigt.
Die Aufzeichnungen dokumentieren den Unterricht, den Mozart zwischen Mai und Juli 1778 Marie-Louise de Guînes erteilte. Neben Kompositionsübungen enthält das Heft sieben Stücke für Flöte und Harfe und stellt das früheste bekannte Zeugnis von Mozarts pädagogischer Arbeit dar. Besonders bemerkenswert ist, dass sich im Manuskript die Beiträge von Lehrer und Schülerin unmittelbar nachvollziehen lassen.
«Nach Ansicht der Fachwelt handelt es sich um eine der bedeutendsten Entdeckungen der letzten Jahrzehnte», erklärte Gilles Pécout, Präsident der Bibliothèque nationale de France. «Sie wirft neues Licht auf Mozarts letzten Aufenthalt in Paris und zeigt zugleich den Alltag des jungen Mozart als Lehrer im Dialog mit seiner Schülerin.»
Radio France erweckt die Partitur zum Leben
Das neu entdeckte Werk wurde in dieser Woche im Maison de la Radio et de la Musique aufgenommen und wird am 21. Juni um 17 Uhr erstmals öffentlich im Salle Ovale der BnF aufgeführt.
Es spielen zwei Musiker des Orchestre Philharmonique de Radio France: Mathilde Calderini, Soloflötistin und Nicolas Tulliez, Harfenist. Die Aufführung markiert zugleich die Uraufführung des Manuskripts. Ausschnitte der Aufnahme werden am Montag, den 22. Juni, erstmals in der Morgensendung von France Musique ausgestrahlt.
Dass diese Uraufführung dem Orchestre Philharmonique de Radio France anvertraut wurde, zeugt von der Exzellenz seiner Musikerinnen und Musiker und ihrem Engagement für die Weitergabe unseres musikalischen Erbes. Mit dieser Weltpremiere erfüllt Radio France seine öffentliche Aufgabe, grosse Werke neu zu entdecken, das künstlerische Schaffen zu fördern und jene Momente zu teilen, die Musikgeschichte schreiben.» - Sibyle Veil, Präsidentin und Generaldirektorin von Radio France.
Die Musikabteilung der BnF besitzt bereits die größte Sammlung von Mozart-Autographen ausserhalb Salzburgs – der Geburtsstadt Mozarts und Sitz der Internationalen Stiftung Mozarteum – und der Staatsbibliothek in Berlin. Mit dem nun entdeckten Manuskript erweitert sich dieser Bestand um ein einzigartiges Dokument, das sowohl für die Mozart-Forschung als auch für die Musikgeschichte von aussergewöhnlicher Bedeutung ist.
Europa Tour des Orchestre Philharmonique de Radio France
06.11.26 - Basel, Stadtcasino
07.11.26 - Köln, Philharmonie
08.11.26 - Essen, Philharmonie
12.11.26 - Wien, Konzerthaus
Renaud Capuçon, Violine - Gautier Capuçon, Cello
Jaap van Zweden, Dirigent
Johannes Brahms, Doppelkonzert für Violine und Violoncello a-moll op. 102
Hector Berlioz, Symphonie fantastique
10.11.26 - Amsterdam, Concertgebouw
Gautier Capuçon, Cello
Jaap van Zweden, Dirigent
Antonín Dvořák, Konzert für Cello h-Moll op. 104