Uraufführung
Rilke im Hintergrund – aber die Musik sucht sich ihren eigenen Weg
Im Zentrum steht die Uraufführung eines neuen Werks für Saxophon und Blasorchester von Oliver Waespi.
«Herbst», so lautet der Programmtitel für das Konzert – in den Konzertunterlagen heisst es dazu: «Die dritte Jahreszeit wird in Poesie und Musik vielfach thematisiert. Der Herbst ist Phase des Übergangs, der Vergänglichkeit, des Loslassens, aber auch der Reifung – er ist somit der Kreuzpunkt von melancholischer Rückschau und hoffnungsvoller Zuversicht.»
Neues Werk von Oliver Waespi
Auch die jüngste Komposition des renommierten Schweizer Komponisten Oliver Waespi befasst sich mit diesem Abschnitt des Jahresverlaufs. Ausgangspunkt hierfür sind Herbstgedichte von Rainer Maria Rilke, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt.
In Auftrag gegeben wurde das Werk vom Saxophonisten Simon Fluri, der es gemeinsam mit dem Sibo uraufführen und später auch in Würzburg und Helsinki präsentieren wird. Ergänzt wird das Programm unter anderem durch Warren Bensons eindringliches «The Leaves Are Falling», Edward Gregsons kraftvolles «The King Kings Go Forth» sowie «October» von Eric Whitacre.
Weiteres Programm
Fluri und Waespi haben im über zwei Jahre dauernden Entstehungsprozess der Komposition eng zusammengearbeitet. Klar war am Anfang nur, dass es ein Solowerk für Saxophon werden soll. Erst später sei dann der Gedanke gereift, anlässlich des Rilke-Gedenkjahrs sich mit Gedichtfragmenten des berühmten Dichters zu befassen, so Waespi. In der Komposition bleibt Rilke im Hintergrund und die Musik sucht sich ihren eigenen Weg.
Im dreisätzigen Werk finden sich Referenzen auf zwei Rilke-Gedichte:
Der erste Satz ist mit dem Satz «… wolle die Wandlung …» – einem Zitat aus der «Sonette an Orpheus» – überschrieben. Der recht komplex aufgebaute Satz beginnt langsam und leise und entwickelt sich dann aber doch zu einem typischen, schnellen Einstiegssatz.
Der zweite und dritte Satz nehmen Bezug auf das bekannte Gedicht «Herbsttag». Während der Mittelsatz – (Herbstgedicht): «… wer jetzt allein ist …» – ruhig, meditierend gehalten ist, ist der Schlusssatz – «… und auf den Fluren lass die Winde los …» – wieder bewegter und auf das Ende hin immer energischer.
Spieltechniken erkunden
Bei der Zusammenarbeit mit Simon Fluri ging es Oliver Waespi auch darum, die verschiedenen Spieltechniken des Saxophons zu erkunden. Man darf also darauf gespannt sein, zu erfahren, was der Dialog zwischen Solist und Komponist ergeben hat. Und man darf sich ob der Auswahl der Werke auf einen interessanten und abwechslungsreichen Konzertabend freuen.
Samstag, 12. September 2026, 19.30 Uhr
Reformierte Kirche Bern-Bethlehem
Dirigent: Rolf Schumacher
Solist: Simon Fluri, Saxophon
Konzerteinführung mit dem Komponisten, dem Solisten und dem Orchester: 18.30–19.00 Uhr. Die Werkeinführung ist für alle offen, die ein Ticket besitzen, also nicht nur für Fachleute. Das SIbo wird dabei auch einzelne Stellen anspielen. Während der Werkeinführung ist kein Zutritt zur Kirche möglich.
Tickets: 40.– / ermässigt 20.– (freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre)
Abendkasse: ab 18.00 Uhr
Werkeinführung: 18.30 bis 19.00 Uhr
Türöffnung: 19.00 Uhr
Konzertbeginn: 19.30 Uhr
Reservationen (beschränkte Platzzahl):
Simon Fluri